top of page

Miethühner: Was bei der tiergerechten Hühnerhaltung auf Zeit wirklich wichtig ist

Die Vermietung von Hühnern – sogenannte Miethühner – wird immer beliebter. Familien, Kindergärten, Schulen oder Vereine möchten Hühner für einige Wochen im Garten halten, um Kindern Natur näherzubringen oder einmal auszuprobieren, wie Hühnerhaltung im Alltag funktioniert. Doch damit dieses Konzept nicht zulasten der Tiere geht, müssen wichtige tierschutzrelevante Anforderungen erfüllt sein. Die Checkliste des Landes Hessen zeigt sehr klar, worauf es bei einer tiergerechten Haltung auf Zeit ankommt und welche Voraussetzungen sowohl Anbieter als auch Mieter erfüllen müssen.


Grundsätzlich sollten Miethühner mindestens drei Wochen am selben Ort bleiben, damit sie sich an die neue Umgebung gewöhnen können. Hühner sind Tiere mit ausgeprägtem Sozialverhalten und festen Strukturen, weshalb ein ständiger Ortswechsel und wechselnde Gruppen für sie Stress bedeuten. Für den Mietzeitraum muss eine täglich zuverlässige Betreuung gewährleistet sein, iinklusive Wochenenden und Feiertagen. Dazu gehört das Kontrollieren der Tiere, das Füttern, die Versorgung mit frischem Wasser und das Reinigen der Futter- und Trinkstellen.


Ein wesentlicher Punkt ist der Auslauf: Für eine kleine Gruppe von drei bis fünf Hühnern sollte mindestens eine Fläche von etwa 25 m² zur Verfügung stehen. Diese muss sich auf natürlichem Boden wie Rasen, Erde oder Sand befinden, damit die Tiere scharren und ihrem typischen Verhalten nachgehen können. Pflasterflächen sind ungeeignet. Ebenso braucht es einen sicheren Stall, der Schutz vor Witterung und Raubtieren bietet, mit Sitzstangen, Legenestern sowie Möglichkeiten für Sand- bzw. Staubbäder. Der Standort sollte so gewählt werden, dass der Stall stabil steht und die Tiere nicht ständigen Störungen ausgesetzt sind.

Auch die Wahl der Tiere ist entscheidend. Für Miethühner eignen sich nur robuste, wetterfeste und gutmütige Rassen. Empfindliche Tiere oder Rassen, die als Qualzuchten gelten, sind für eine Haltung auf Zeit ungeeignet. Der Anbieter muss außerdem sicherstellen, dass die Hühner gesund, geimpft und tierärztlich betreut sind. Ebenso ist eine ausführliche Einweisung für die Mieter notwendig, inklusive Hinweisen zu Futter, Verhalten, Gesundheitskontrolle und Notfallmaßnahmen. Der Vermieter muss während des gesamten Mietzeitraums erreichbar sein, auch abends und an Wochenenden.


Wichtig ist zudem die kritische Betrachtung des gesamten Modells: Damit Miethühner wirklich tiergerecht gehalten werden können, müssen die Bedürfnisse der Tiere klar im Mittelpunkt stehen, nicht der Erlebniswert für Menschen. Hühner sind keine Dekoration und keine kurzfristige Attraktion. Eine Haltung „auf Zeit“ ist nur dann tierschutzkonform, wenn die Tiere stabile Bedingungen, ausreichend Platz und eine verlässliche Betreuung erhalten.


Wer Miethühner in Betracht zieht, sollte sich daher gut vorbereiten und ehrlich prüfen, ob die notwendigen Voraussetzungen erfüllt werden können. Die vollständige Checkliste des Landes Hessen bietet hierfür eine wertvolle Orientierung und hilft dabei, die Hühnerhaltung auf Zeit wirklich tiergerecht zu gestalten.

bottom of page